oury jallohBis zu 3000 Menschen beteiligten sich am siebten Januar an der Demonstration in Gedenken an Oury Jalloh und alle Opfer rassisitischer Polizeigewalt, zu der die Rote Hilfe e.V. gemeinsam mit zahlreichen weiteren Vereinen und Initiativen aufgerufen hatte. Zahlreiche Redner*innen aus dem In- und Ausland forderten am 12. Todestag die Aufklärung der Todesumstände und protestierten gegen institutionellen Rassismus.

Im Folgenden dokumentieren wir unser Grußwort auf der Demonstration:

Der Bundesvorstand der Roten Hilfe grüßt alle Teilnehmer*innen der heutigen Demonstration in Gedenken an Oury Jalloh und alle Opfer rassistischer Polizeigewalt. Wir bedanken uns bei jeder Einzelnen und jedem Einzelnen, der heute hier erschienen ist, um Gesicht zu zeigen gegen jegliche Form rassistisch motivierter staatlicher Repression.

 Vor nunmehr zwölf Jahren kam Oury Jalloh hier im Dessauer Polizeipräsidium ums Leben. Auf einer Matratze befestigt und angezündet, verbrannte er bei lebendigem Leib bis zur Unkenntlichkeit. Ein grausamer, menschenunwürdiger Tod, der bis heute nicht aufgeklärt wurde. Bis heute wurden die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen. Denn bis heute hält sich die Behauptung, Oury Jalloh habe sich selbst getötet.

 

 Wir können, wollen und dürfen dieser Darstellung keinen Glauben schenken. Denn: Oury Jalloh – das war Mord. Mord aus den niedrigsten, weil rassistischen Beweggründen.

 Die Rote Hilfe dankt besonders der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, die sich seit zwölf Jahren unbeirrbar für die Aufklärung dieses Mordes einsetzt – trotz der fortwährenden staatlichen Repression, mit der ihre Mitglieder immer wieder konfrontiert werden. Staatliche Repression, die nur ein Ziel verfolgt: die wahren Todesumstände Oury Jallohs zu vertuschen und alle Kritik, alle Zweifel an der öffentlichen Darstellung zu unterdrücken.

 Doch gerade in der unsrigen Zeit, in der der strukturelle Rassismus innerhalb der Gesellschaft wieder deutlich zu Tage tritt, seine Fratze in menschenverachtender Propaganda zeigt, in hasserfüllten Parolen mitschwingt und bei brutalen Übergriffen auf Menschen und ihre Unterkünfte sichtbar wird, müssen wir ein Zeichen setzen. Wir dürfen nicht wegsehen und nicht schweigen, sondern müssen rassistische Gewalt klar benennen und bekämpfen.

 Deshalb lasst uns heute hier gemeinsam ein Zeichen setzen, ein Zeichen für alle Opfer rassistischer Gewalt, ein Zeichen für alle Opfer staatlicher Repression, ein Zeichen für Oury Jalloh.

Bundesvorstand Rote Hilfe e.V.

Dessau, 07.01.2017

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