Eine Person aus Aschaffenburg hat sich mit einem besonders krassen Fall von Repression an uns gewandt. In der Nacht von 27. auf den 28. Oktober klingelte es kurz vor 2 Uhr morgens zuerst an der Haus- später an der Wohnungstür Sturm. 5 uniformierte und 2 zivile Beamte drängten sich im Treppenhaus und bezichtigten den Jugendlichen einer Sachbeschädigung "in zusammenhang mit seiner politischen Gesinnung", die er in der selben Nacht auf dem Heimweg begangen haben soll.

Angeblich hätte eine Zivilstreife ihn bei der Tat beobachtet, er solle den Vorwurf gefälligst zugeben. Die Polizisten traten einschüchternd auf, redeten abwechselnd auf den Jugendlichen ein und drohten mit zu erwartenden Konsequenzen. Mehrmals wurde seine antifaschistische Gesinnung erwähnt und angedeutet "dass man mehr über ihn wüsste, als er denkt". Der Beschuldigte stritt die Vorwürfe ab und verweigerte den Zutritt zu seiner Wohnung.

Scheinbar hatten die angeblichen Augenzeugen der Tat doch nicht so genau hingeschaut, denn einen Durchsuchungsbefehl hatten die Polizisten nicht dabei. Auch "Gefahr im Verzug" konnte wohl nicht begründet werden. Nach viel heißer Luft nötigten die Beamten den Beschuldigten schließlich dazu, ihnen die Hose, die er gerade trug, auszuhändigen. Sie wurde beschlagnahmt um auf Spuren untersucht zu werden.

Für uns ist diese Vorgehen ein Skandal. Ein offenbar fragwürdiger Tatverdacht wird als Anlass genommen, einen politisch motivierten Einschüchterungsversuch bei einem Jugendlichen vorzunehmen. Ausgerechnet in einer Zeit, in der Aktivitäten von Neonazis zunehmen, hat die Polizei nichts besseres zu tun als mit 3 Streifenwagenbesatzungen einen Antifaschisten zu kriminalisieren. Das Auftreten der Polizisten war sehr agressiv, ähnliche Situationen sind in Bayern schon katastrophal ausgegangen. Es gibt auch einen entsprechenden Vorwurf gegen Aschaffenburger Polizisten. Besonders wenn man, wie der Betroffene in diesem Fall, konsequent auf seine Rechte besteht gerät die Staatsgewalt schnell ausser Kontrolle.

Wir unterstützen den Betroffenen bei etwaigen rechtlichen Konsequenzen und sichern ihm unsere Solidarität zu. Wir werden den Fall weiterhin begleiten und auf unserer Website darüber informieren. Die Rote Hilfe unterstützt solche und ähnliche Fälle staatlicher Repression mit Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, praktischer Solidarität und Hilfe bei der Finanzierung eines Anwalts.

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