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Bundesvorstand

Am morgigen Dienstag findet im Fall Mumia Abu-Jamal vor dem Dritten Bundesberufungsgericht in Philadelphia eine Anhörung statt, bei der - auf Anordnung des Obersten Gerichtshofes der USA - über sein Strafmaß beratschlagt werden soll. Zur Debatte stehen bei dieser juristischen Auseinandersetzung aber nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder die Bestätigung und damit letzten Endes wohl auch die Durchführung der gegen ihn verhängten Todesstrafe oder das lebenslängliche Wegsperren ohne Bewährung.

Nur im hierbei günstigsten Fall kann dann überhaupt davon ausgegangen werden, dass ein Prozess über das Strafmaß angekurbelt werden könnte, bei dem ein mit selbst gewählter Verteidigung im Gerichtssaal sitzender Mumia Abu-Jamal vor der Öffentlichkeit Anträge und bisher nicht berücksichtigte Beweise einbringen könnte, die ein völlig anderes Licht auf die Nacht des 9. Dezembers 1981 werfen würden, als es bei seiner Verurteilung geschehen ist. Mit manipulierten und zum Teil frei erfundenen Beweisen und Aussagen war er damals für einen untergeschobenen Polizistenmord zum Tod verurteilt worden. Am 9. Dezember 2010 sitzt er seit nunmehr 29 Jahren im Gefängnis. Im ungünstigsten Fall wird die von der rechtsgerichteten Polizeibruderschaft FOP unter Druck gesetzte Staatsanwaltschaft versuchen, endgültig die Weichen auf Hinrichtung zu stellen. Mit einer Entscheidung des Dritten Bundesberufungsgerichtes ist laut Verteidigung erst ab Dezember 2010 zu rechnen.

Kommt deshalb unter dem Motto „Free Mumia Abu-Jamal - Weg mit der Todesstrafe überall!“ zur Demonstration am 11. Dezember 2010 nach Berlin und haltet euch bereit für erneute Notfallproteste. Freiheit für Mumia Abu-Jamal! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Abschaffung der Todesstrafe weltweit!

Mathias Krause für den Bundesvorstand der Rote Hilfe e.V.