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Im folgenden dokumentieren wir eine Pressemitteilung der Kampange Castor? Schottern (Nr. 3/2012 vom 16.3.12):

Erste Verurteilung „Castor? Schottern!" 2010 - Berufung gegen Urteil angekündigt - „Die deutsche Atompolitik ist eine verlogene Sache!"

Das Amtsgericht Lüneburg verurteilte am 15. März Gotthilf Lorch wege „öffentlicher Aufforderung zu Straftaten" (§111 StGB) zu 15 Tagessätzen á 25 Euro. Die Straftat, zu der Gotthilf Lorch mit seiner Unterschrift unter die Absichtserklärung der Kampagne „Castor? Schottern!" aufgerufen haben soll, sei die „Störung öffentlicher Betriebe" (§316b StGB). Hanna Spiegel, Pressesprecherin der Kampagne „Castor? Schottern!" erklärt dazu: „Die Absichtserklärung war ein klare Stellungnahme gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Viele Menschen waren bereit, als Protest gegen diese Politik auch eine Regelverletzung in Kauf zunehmen."

 

Gotthilf Lorch sagte vor Gericht, dass er die Absichtserklärung der Kampagne „Castor? Schottern!" 2010 aus Solidarität mit der Aktion unterzeichnet hat. Ergänzend fügte er hinzu, dass er wahrscheinlich auch selber geschottert hätte, wenn ihn seine Behinderung nicht daran hindern würde. Er wollte damit auch betonen, dass sich Menschen mit Behinderung, die sich gegen die Nutzung von Atomenergie engagieren wollen, mit der Unterschriftenaktion der Kampagne „Castor? Schottern!" eine Möglichkeit geboten wurde, ihren Protest sichtbar zu machen. Gotthilf Lorch wird das Urteil anfechten und sich auch weiterhin für eine atomenergiefreie Welt einsetzen: „Die deutsche Atompolitik ist eine verlogene Sache: zwar wird der Ausstieg im Bereich der AKW propagiert, währenddessen z.B. die Produktion von Brennelementen in Lingen für AKW im Ausland beständig weiter ausgebaut wird." Die Kampagne „Castor? Schottern!" wird Gotthilf Lorch in seinem Prozess begleiten und fordert nach wie vor die bedingungslose Einstellung aller Verfahren gegen Antiatom-Aktivist_innen. Luca Köppen, Pressesprecher der Kampagne "Castor? Schottern!" erläutert: „So lange die Politik und die Konzerne über die Interessen der Bevölkerung hinweg gehen, so lange Atomanlagen weltweit die Lebensgrundlage und die Gesundheit unzähliger Menschen zerstören, so lange ist unser Widerstand notwendig und legitim."

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