VVN KWLiebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

 wir alle sind heute hier erschienen, um gemeinsam den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Vor 74 Jahren, am 27.01.1945, konnte das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit werden.

 In den 5 Jahren zwischen 1940 und 1945, die der Lagerkomplex von den Nationalsozialisten betrieben worden war, fanden insgesamt 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen dort den Tod. Auschwitz gilt vielen Menschen als das Symbol für die Vernichtung all jener Menschen, die den Nationalsozialisten unliebsam waren – ob aufgrund ihrer „Rasse“, ihrer Religion, ihrer Sexualität oder ihrer politischen Ansichten. Wohl deshalb wurde der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus – bereits 1996 in der Bundesrepublik Deutschland und schließlich 2005 weltweit.

 Seit 2016 erinnert das hiesige Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus. Es ersetzte erst vor drei Jahren das vormalige Denkmal und ist zu einem wichtigen Ort des Gedenkens geworden. Von diesen Orten kann es heutzutage nicht genug geben. Und wirft man einen Blick auf die Zeit, in der wir heute leben, dann wird man sich schnell bewusst machen müssen, dass es gar nicht genug Gedenken an die Opfer dieser barbarischen Zeit geben kann.

 

 Seit einigen Jahren befinden sich Rechtspopulisten wieder auf dem Vormarsch, nicht nur in Deutschland, aber gerade hier ist diese Entwicklung ganz besonders bestürzend. Neue Zwietracht wird in der Gesellschaft gesät und fällt gar zu leicht auf fruchtbaren Boden. Menschlichkeit soll wieder an teilweise absurde Bedingungen geknüpft werden und nur einem Teil der Menschheit zugänglich sein. Antifaschismus ist nicht mehr selbstverständlich, sondern wird zunehmend wieder zum Feindbild deklariert, wird stigmatisiert und verfolgt. Aber Antifaschismus ist kein Verbrechen, sondern eine dringende Notwendigkeit – und unser Ziel muss es sein, das den Menschen an unserer Seite auch in unserem Alltag jenseits unserer politischen Organisationen bewusst zu machen.

 Als strömungsübergreifende Organisation für die gesamte Linke unterstützt die Rote Hilfe den antifaschistischen Kampf und alle Genossinnen und Genossen, die aufgrund ihres gesellschaftspolitischen Engagements strafrechtlich verfolgt werden. Denn nur, wenn wir uns gegenseitig unterstützen, wenn wir aktiv, widerständig und solidarisch bleiben, können wir gehört werden und mit entscheiden, wie unsere Gesellschaft zukünftig aussehen wird. Das sind wir nicht nur den Opfern, zu deren Gedenken wir heute hier versammelt sind, sondern auch unseren Nachkommen schuldig.

 

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