müslüm elma portraitSie haben uns beschuldigt und beschuldigen uns auch weiterhin, „Terroristen“ zu sein. Sicher ist, dass diese Beschuldigungen für uns keine weitere Bedeutung haben. Aber aufgrund unserer Verantwortung gegenüber den unterdrückten Völkern der Welt sehen wir uns in der Pflicht, eine kurze Antwort darauf zu geben, wer wir sind. Denn die Antwort darauf, wer wir sind, ist gleichzeitig eine Antwort darauf, warum wir hier sind. (...)

 Wir sind klassenbewusste Revolutionäre, die daran glauben, dass der Kampf gegen Gewaltherrschaft, gegen gesellschaftliche Ungleichheit und Ungerechtigkeit kein Verbrechen ist, sondern ein Dienst an der progressiven Menschheit. So wahr es ist, dass wir hier stehen, so wahr ist unsere Berechtigung und Legitimität. Der Vorwurf des „Terrorismus“ ist eine der größten Lügen des 20. und 21. Jahrhunderts, den sich die imperialistischen Räuber und ihre Kollaborateure zusammengedichtet haben, um die Verbrechen, die sie an den unterdrückten Völkern der Welt begangen haben, zu verschleiern und um deren legitimen Kampf zu diffamieren. Aber all diese Lügen können den Untergang der Imperialisten nicht verhindern.

 Wir sind internationalistische Revolutionäre. Wir sind jeweils ein Glied in der Widerstandskette, die die unterdrückten Völker der Welt im Kampf gegen den Imperialismus und den Weltreaktionismus gebildet haben. Wir marschieren nicht allein. Wir marschieren unter der Fahne, die die Befreiung und die Brüderlichkeit des internationalen Proletariats und aller unterdrückten Völker symbolisiert.

 Diejenigen, die den Himmel auf Erden in die Hölle verwandeln, sind die Imperialisten und ihre Mittäter. Diese Verbrecherbande erachtet es als legitim, dass Menschen durch Menschen ausgebeutet werden, dass die Chancengleichheit im Bildungs- und Arbeitsbereich verhindert wird, dass zur Durchsetzung ihrer reaktionären Interessen Feindschaften unter den Völkern gestiftet und Ursachen für die Entstehung ungerechter Kriege geschaffen werden. Diese Verbrecherbande und die zum Schutz ihrer Interessen verpflichteten Justizinstitutionen können nicht über uns richten.

 

 Für uns ist der Umstand, Vertrauen in die Gerechtigkeit der Justizinstitutionen der imperialistischen Räuber zu haben so, als ob man an die Existenz des Himmels und der Hölle glauben würde. Dabei ist es für uns so, dass Himmel und Hölle hier auf der Erde sind. Das kapitalistisch-imperialistische System hat die Bestrebung, die Erde für die unterdrückten Völker der Welt in die Hölle und für sich in den Himmel zu verwandeln. Jedoch zielt unser Kampf darauf ab, die Erde für die progressive Menschheit – ihrer eigentlichen Besitzerin – zum Himmel zu machen. (...)

 Ihre „Terrorismus“-Vorwürfe sind für uns als internationalistische Revolutionäre bedeutungslos. Wir haben es immer gesagt, wir wiederholen es: Die wirklichen Terroristen sind diejenigen, die Rüstungsunternehmen leiten, und die ausbeuterische Bourgeoisie, die die großen Monopole und Banken kontrolliert. Sie nehme die Zerstörung der Erde in Kauf und treiben diese in eine Katastrophe. Haben Sie jemals gesehen, dass die unterdrückten Völker der Welt, allen voran das internationale Proletariat, einen ungerechten Weltkrieg oder einen regionalen Krieg verursacht haben? Haben Sie es in den Geschichtsbüchern gelesen? Selbstverständlich nicht! (...)

 Die imperialistische Bourgeoisie bezeichnet bei jeder Gelegenheit den Kampf für Rechte und Freiheiten als „Terrorismus“. Und ihre konterrevolutionären Angriffe versucht sie mit der Lüge, sie würden zum Schutze „des demokratischen Rechtsstaates“ stattfinden, zu verschleiern. Dabei sind das, was sie schützen oder schützen wollen, die Interessen der imperialistischen Monopole. (...)

 Wir bekunden zweifelsfrei: Wir sind stolz darauf, als einfache Kämpfer des internationalistischen Proletariats ein Teil dieses Kampfes zu sein. Wir haben bisher die Gedanken dieser großen Familie der Menschheit öffentlich gemacht und werden dies auch weiterhin tun.

 [An das Gericht] Sie haben ohne jegliche Zweifel von Anfang an ein Gebäude auf Unrecht errichtet.

Dieses Gebäude wird mit der Zeit einstürzen. Aber nicht wir werden unter diesen Trümmern liegen, sondern diejenigen, die es errichtet haben. Die unrechtmäßigen Inhaftierungen, Ihre Urteile werden Sie viel mehr als uns verletzten. Sie werden in der fortschrittlichen Öffentlichkeit das Verständnis dafür schärfen, dass die europäische „Demokratie“ ein Märchen ist. Mit anderen Worten: Ihre Urteile werden zeigen, dass wir im Recht sind, und dafür sorgen, dass sich unsere Freunde vermehren werden.

 Wir sind Sozialisten. Wir sind die Stimme der schweigenden Herzen der Arbeiter, der armen Bauern und aller Unterdrückten, die mit ihrer Arbeitskraft und ihrer Würde leben.

 Wir sind das Volk und je mehr wir uns vereinen, desto mehr werden wir. Indem wir den Lauf der Geschichte in die revolutionäre Richtung lenken, werden wir zu einer unbesiegbaren Macht werden.

 Wir sind die Geschichte. Wir haben in dem beschwerlichen Marsch der fortschrittlichen Menschheit gesiegt und sind besiegt worden. Wir werden wieder siegen und besiegt werden. Und gerade deshalb sind wir eine Macht, die schwer aufzuhalten sein wird.

Die vollständige Rede ist hier nachzulesen: www.tkpml-prozess-129b.de/de/29-06-2020-letztes-wort-von-muesluem-elma-in-dem-verfahren-vor-dem-olg-muenchen/

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