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Erste-Hilfe

Wenn es mal passiert ist: Unsere Erste-Hilfe Tipps

Wer eine Verhaftung, Hausdruchsuchung erlebt hat oder auch "nur" eine Vorladung bekommen hat, kann sich hier schon einmal vorab Informieren was jetzt am wichtigsten zu tun ist. Unsere Infos sollen euch einen Überblick geben, ersetzt aber weder die anwaltliche Beratung noch eine persönliches Gespräch mit Soli- oder Antrirepressionsgruppen!

Nach einer Hausdurchsuchung

Hausdurchsuchungen gehören leider oft zum Standardreportoire der Verfolgungsbehörden. Besonders gemein ist natürlich das Eindringen in deine Privatssphäre, das Durchstöbern auch der intimsten Unterlagen und die Beschlagnahme von persönlichen und wichtigen Dingen wie Computern, Tagebüchern und Adressbüchern.

Du wurdest verhaftet ...

Nach einer Verhaftung sind viele verständlicherweise empört, schockiert oder haben Angst vor dem was da noch folgt. Wir empfehlen euch einen kühlen Kopf zu behalten denn in den allermeisten Fällen habt ihr das schlimmste - nämlich die Freiheitsentziehung - schon hinter euch. Vielen Verhaftungen folgt Monate später ein "Einstellungsbescheid". Das heist das die Staatsanwaltschaft entscheidet nicht weiter gegen dich vorzugehen. Manchmal kommt Monate später auch eine Vorladung, ein Strafbefehl oder ein Bußgeldbescheid. Wichtig ist: den weiteren Verlauf kannst du ersteinmal nach einer Verhaftung nicht direkt beeinflussen. Die Polizei übergibt die Akten der Staatsanwaltschaft, diese Entscheidet nach Aktenlage über das weitere Vorgehen. Bis dahin hast du viel Zeit dich zu Informieren was auf dich zukommt und dich dann darauf einzustellen.

Du hast eine Vorladung erhalten ...

Es kann passieren das du (oft erst Monate nach einer Aktion) eine Vorladung von der Staatsanwaltschaft oder Polizei erhältst. Diese können dich als (vermeintliche) ZeugIn einer Straftat vorladen oder weil sie dich einer Straftat Beschuldigen wollen.

Du hast einen Strafbefehl erhalten ...

Immer öfter flattern nach Aktionen/Demonstrationen Strafbefehle in's Haus - oft auch ohne vorhergegangene Verhaftung. Dies ist eine relativ neue Möglichkeit der Staatsanwaltschaften einen kurzen Prozess ohne Beweisaufnahme und Richterspruch mit dir zu machen. Zu Beginn gleich das wichtigste: lege sofort formlos Widerspruch gegen den Strafbefehl ein, denn sonst akzeptierst du ohne weitere Prüfung deine Verurteilung per Strafbefehl.

Jemand vom Innenministerium/Verfassungsschutz wollte mit dir reden ....

Es kann passieren, dass dich Mitarbeiter des Innenministeriums bzw. des Verfassungsschutzes (VS) anquatschen und mit dir "zusammen"arbeiten möchten. Diese miese Schnüffelei gegen deine FreundInnen und GenossInnen solltest du sofort im Keim ersticken und solche Anbandelungsversuche sofort abbrechen.

Du hast einen Bußgeldbescheid erhalten ..

Bußgelder sind keine Strafen im eigentlichen Sinne, von Falschparken bis Vermummung gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten dich einfach mit einem mehr oder minder großen Geldbetrag den du zu zahlen hast nerven. Hier droht kein Knast (ausser du bezahlst nicht).

Bei dir wurde etwas Beschlagnahmt ...

Oft passiert es auf dem Weg zur Demo, das du in eine Vorkontrolle gerätst bei der du durchsucht wirst. Wenn die Polizei bei dir etwas findet, was sie für strafbar hält, wird sie dir diesen Gegenstand abnehmen.

Du suchst einE AnwältIn ...

Zuersteinmal kannst du dir zusammen mit Rechtshilfegruppen und GenossInnen überlegen, ab wann es wirklich einen Rechtsbeistand benötigt da damit auch Kosten verbunden sind! Beispielsweise ist es nicht ratsam sofort nach einer Festnahme sich einEn AnwältIn zunehmen, denn viele Verfahren werden auch schon eingestellt befor irgend etwas weiteres passiert. Und in dieser Zeit kann auch einE AnwältIn nichts weiter unternehmen. Wenn Ihr einEn RechtsanwältIn nehmen wollt, fragt mal rum und nehmt nicht einfach den Scheidungs- oder Familienanwalt eurer Eltern. Politische Strafverfahren laufen oft ganz schön anders ab als "normale"/"gewöhnliche" Verfahren.